Schneebergland Rallye 2013
 
Rückblick: Die bisherigen Sieger
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Die Schneebergland Rallye feierte in der Saison 2010 die Premiere in der Österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft Raimund Baumschlager trug sich als erster Pilot in die Siegerliste ein. Die zweite Ausgabe der Schneebergland Rallye im August 2011 konnte Manfred Stohl für sich entscheiden. Im Juli 2012 war abermals Raimund Baumschlager bei der dritten Ausgabe siegreich.

Die bisherigen Sieger:

2010
Raimund Baumschlager / Thomas Zeltner Skoda Fabia S2000
2011
Manfred Stohl / Ilka Minor Mitsubishi Lancer Evo IX CNG
2012
Raimund Baumschlager / Klaus Wicha Skoda Fabia S2000
     

Rückblick Schneebergland Rallye 2012:

Der Oberösterreicher Raimund Baumschlager feierte bei der Schneebergland-Rallye seinen vierten Saisonsieg in Folge. Michael Böhm holte sich die 2-WD-Wertung. Gerwald Grössing, Klemens Haingartner und Karl Wagner gewannen ihre Klassen.

Die dritte Auflage der Schneebergland-Rallye fand an diesem Wochenende wieder mit Start- und Ziel im niederösterreichischen Rohr im Gebirge statt. Ausrichter des fünften Laufes zur österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft war der MSC Wolfsberg. Diesmal aber unter einer veränderten Stabsführung. Mit Claudia Bidlas lenkte erstmals eine Frau den organisatorischen Teil dieser Rallye und mit Michael Straßegger kam erstmals ein junger dynamischer Rallyeleiter zum Einsatz. Beide wurden von einer teilweise ebenfalls neuen Mannschaft unterstützt, wobei die anwesenden „alten Hasen“ wie Gerhard Leeb bzw. Helmut Schöpf für zusätzliche Sicherheit sorgten.

Man hatte im Gegensatz zu den ersten beiden Jahren diesmal die Streckenführung verändert, hat die gefürchtete Sonderprüfung Haraseben aus dem Programm genommen und durch andere Prüfungen ersetzt bzw. auch den Schotteranteil wesentlich erhöht. Laut Meinung der Aktiven hat das Event damit jetzt noch mehr Attraktivität, viele sprachen von der derzeit schwierigsten aber auch schönsten Rallye Österreichs. Trotzdem war auch heuer das Motto wieder „klein aber fein.“. Von 39 genannten Fahrzeugen sind tatsächlich 32 Autos in den Bewerb gestartet, darunter die gesamte heimische Spitzenklasse.

Gerwald Grössing, der als „Vater“ dieser Schneebergland Rallye gilt, war wieder maßgeblich am Gelingen der Rallye beteiligt. Dies nicht nur als Fahrer, sondern auch als Förster und Jäger. Ein großer Dank gilt auch heuer wieder den Behörden, den Gemeinden, den Sponsoren, sowie der Polizei, den Feuerwehren und der Rettung.

Mit dem vierten Sieg im fünften Saisonlauf machte Raimund Baumschlager einen vielleicht vorentscheidenden Schritt in Richtung Meistertitel. Der bislang neunfache österreichische Champion gab seine Führung bei der Schneebergland-Rallye von Beginn weg nie ab. Der Skoda Fabia S2000 des Oberösterreichers fühlte sich auf den durchwegs WM-würdigen neuen Sonderprüfungen rund um Rohr im Gebirge genauso wohl wie sein „Herrl“. Die Strecken erwiesen sich als so anspruchsvoll, dass die letzte SP wegen heftigem Regen von der Rallyeleitung sogar aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.

Baumschlager: „Das war mein wahrscheinlich schönster Sieg heuer. Ich war jederzeit in der Lage, einen Speed zu fahren, der der Konkurrenz wenig Chance gelassen hat.“ Dem Sieger am nächsten, aber nicht nah genug, kam Noch-Meister Beppo Harrach, der aber mit dem Schicksal haderte: „Leider haben wir hier mit unserem schweren, großen Mitsubishi gegen den kleinen, wendigen Skoda von Baumschlager von Anfang an keine Chance gehabt. Die Prüfungen sind uns nicht so entgegengekommen wie ihm. Das soll aber Baumschlagers Sieg keineswegs schmälern. Der war absolut verdient.“

Platz drei ging an Gerwald Grössing, der nach dem zweiten Platz im Vorjahr wiederum aufs Podest fuhr. „Ich habe bei dieser Rallye Höhen und Tiefen durchlebt. Die Höhen lagen in absolut guten Sonderprüfungszeiten, die Tiefen in immer wieder ungewollten Ausritten.“ Damit sicherte sich der „Schneebergland-Hausherr“ auch den Sieg in der Division V vor Friedrich Poiss und Friedrich Hajszan.

Seinen Stockerlplatz bei den Großen hat Grössing freilich auch dem Pech von Manfred Stohl zu verdanken. Auf SP 12 touchierte der Schneebergland-Rallye-Sieger des letzten Jahres einen Gegenstand, riss sich an seinem Mitsubishi ein Rad aus und ließ dadurch zwei Minuten liegen. Stohl: „Das war insgesamt kein guter Tag für uns. Abgesehen vom Pech mit dem Rad ist auch so nicht viel von dem aufgegangen, was ich mir vorgenommen habe.“ Am Ende reichte es trotzdem noch zu Platz fünf hinter dem im Lauf der Rallye immer stärker werdenden Kris Rosenberger.

Die 2-WD-Wertung holte sich Suzuki-Pilot Michael Böhm, der schon zuletzt bei der Bosch-Rallye gewonnen hatte. „Dieser Erfolg bedeutet mir unheimlich viel. Ich gewöhne mich von Mal zu Mal besser an mein Auto“, freute er sich. Den Suzuki-Doppelsieg komplettierte Max Zellhofer, der damit die alleinige Führung in der 2-WD-Wertung übernehmen konnte. Profitiert hat er dabei vom Ausfall des lange Zeit führenden Hannes Danzinger. Dieser stellte seinen VW Scirocco mit defekter Antriebswelle in SP 7 ab.

Klemens Haingartner schnappte sich den Schneebergland-Sieg in der Division III. Der Steirer gewann vor seinem Suzuki-Kollegen Damian Izdebski. Beide Piloten genossen ihren Erfolg, weil gerade sie in den letzten Läufen nicht vom Glück verfolgt waren. Diesmal erwischte es Rene Rieder, der mit technischem Defekt am Suzuki ausfiel.

Historischer Sieger wurde einmal mehr Karl Wagner, der mit seinem Porsche 911 Oskar Hebenstreit im Ford Escort klar auf Platz Zwei verwies. Kurt Göttlicher gewann den OSK-Pokal der Historischen.

Endstand der Schneebergland-Rallye 2012:
1. Raimund Baumschlager/Klaus Wicha A/D Skoda Fabia S2000 1:13:11,1
2. Beppo Harrach /A. Schindlbacher A/A Mitsubishi Evo IX R4 + 26,3
3. Gerwald Grössing/Sigi Schwarz*) A/A Mitsubishi Evo VII +3:15,4
4. Kris Rosenberger/Tina Maria Monego A/A VW Polo S2000 +4:44,6
5. Manfred Stohl/Ilka Minor A/A Mitsubishi Evo IX CNG +5:48,8
6. Willi Stengg/Jürgen Klinger A/A Subaru Impreza WRX +6:32,4
7. Mario Saibel/Ursula Mayrhofer A/A Mitsubishi Evo X R4 +7:02,1
8. Hermann Neubauer/Jürgen Rausch A/A Subaru Impreza R4 +7:34,6

Sonderprüfungs-Bestzeiten: Baumschlager 8, Harrach 6

Ausfälle: Peter Ebner (SP1/Unfall), Fritz Waldherr (SP2), Hannes Danzinger (SP 7/techn. Defekt), Rene Rieder (SP 9/techn. Defekt), Walter Mayer (SP 9/Ausritt)

> Mehr: Schneebergland Rallye 2012

Rückblick Schneebergland Rallye 2011:

Den Staatsmeister-Titel vor Augen, schied Beppo Harrach bei der Schneebergland-Rallye aus / Auf der letzten Sonderprüfung holte Manfred Stohl den Sieg / Gerwald Grössing und Hannes Danzinger komplettieren das Podest Duell auf Augenhöhe in der 2WD-Wertung / Michael Kogler ist Diesel-Meister.

Bereits zum zweiten Mal die Schneebergland-Rallye mit Start und Ziel in Rohr im Gebirge durchgeführt. Als Veranstalter für diesen sechsten Rallye-Staatsmeisterschaftslauf zeichneten wieder der MSC Wolfsberg und der Badener Rallyeclub.

Bei der Premiere 2010 lautete das Motto „Klein, aber fein“. Mit dieser Devise war man erfolgreich und konnte daher auch heuer hoffen, ein positives Event in einer der landschaftlich schönsten Gegenden Österreichs durchzuführen. Rein sportlich liegt der Anreiz bei dieser Rallye im hohen Schotteranteil, also einem Untergrund, den viele Fahrer als die wahre Größe des Rallyesports bezeichnen. Die Geschichte hat aber wie so oft zwei Seiten. Ein Teil der Fahrer ist von den Prüfungen bei der Schneebergland-Rallye hellauf begeistert, ein anderer Teil meidet die Teilnahme, da man befürchtet, sich auf Grund des manchmal rauen Untergrunds das Fahrzeug zu sehr zu beschädigen. Heuer überwog der Anteil der Vorsichtigen, so dass man nur 27 Fahrzeuge zählen konnte. Darunter waren aber mit Ausnahme des verletzten Raimund Baumschlager alle österreichischen Spitzenfahrer vertreten

Mittelpunkt dieser Veranstaltung war wieder Rohr im Gebirge. Die Idee zu diesem Event hatte vor zwei Jahren Gerwald Grössing, selbst aktiver Rallyepilot, der in seinem Beruf in dieser Gegend auch als Förster und Jäger tätig ist. .

Ein großer Dank gilt den genehmigenden Behörden, den Gemeinden und einigen Sponsoren. Dies trifft auch auf die Polizei, die Feuerwehr und die Rettung zu.

Zum Sportlichen: Fünf Starts, fünf Saisonsiege – und beim sechsten Lauf im Schneebergland eine komfortable Führung bis eine Prüfungen vor Schluss. Es war bereits alles angerichtet für Beppo Harrachs größten Triumph in seiner Karriere. Doch seinen ersten Rallye-Staatsmeistertitel vor Augen kam das Aus für den 23-jährigen Mitsubishi-Piloten wie ein Blitz – da passte es perfekt zur Dramaturgie, dass gerade in diesem Augenblick, vor der letzten Sonderprüfung über den gefürchteten Schotter von Haraseben, ein heftiges Gewitter einsetzte.

Bei der Schneebergland-Rallye im Raum Rohr im Gebirge machte Harrach von Beginn weg seine derzeitige Vormachtstellung klar, hatte 11 Sonderprüfungen gewonnen und lag 50 Sekunden vor Manfred Stohl, ehe das Unglück seinen Lauf nahm. Am Ende der vorletzten Prüfung, dem Rundkurs in Schwarzau, eigentlich schon nach der Zieldurchfahrt, touchierte Harrach ein Hindernis – rechtes Vorderrad ausgerissen und aus der Traum. „Ich hätte das Auto nur mehr über die letzte Prüfung drübertragen müssen“, jammerte der Pechvogel. „Den Sieg so knapp vor Schluss zu vergeben, ist natürlich doppelt bitter. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich werde halt versuchen, den Titel beim nächsten Lauf in Admont einzufahren.“

Den Sieg „erbte“ damit Manfred Stohl. Der Erdgas-Pilot resümierte: „Der Tag hat enttäuschend für mich begonnen. Eigentlich war die Rallye schon zugunsten von Harrach entschieden. Trotzdem habe ich noch versucht, anzugreifen und Druck zu machen. Es war wichtig, an Beppo dranzubleiben, denn ein Reifenschaden ist schnell passiert und kostet dementsprechende Zeit.“ Überglücklich war auch Gerwald Grössing, durch dessen Revier die Schneebergland-Rallye führte. „Ich freue mich über meinen zweiten Platz. Das Podest war von Anfang an mein Ziel, und das habe ich erreicht.“

Heftige Attacken stets auf sportlich fairer Ebene ritt Philipp Lietz gegen Hausherr Grössing. Als bei dessen Mitsubuishi Evo IX am Samstagvormittag plötzlich die Antriebswelle brach, nützte Lietz dies sogar zu einem kurzfristigen Ausflug aufs Stockerl. Doch vom „reparierten“ Grössing inzwischen wieder überholt, wurde der junge Niederösterreicher drei Prüfungen vor Schluss Opfer einer gar nicht fairen, ja lebensgefährlichen Aktion. Einem vermutlich von „Fans“ auf die Strecke gelegten Stein konnte Lietz nicht mehr ausweichen, und sein Mitsubishi wurde so beschädigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Lietz war dementsprechend verärgert: „Wir haben alles fotografiert und bereits die Polizei eingeschaltet. Auch die Auto-Kennzeichen der dort platzierten Leute wurden der Polizei übergeben. Mir hilft’s jetzt eh nix mehr, aber es ist mir wichtig, dass solche Leute zur Verantwortung gezogen werden.“

Sichtlich wohl fühlten sich im Schneebergland die Oldies Walter Mayer(Subaru Impreza) und Fritz Waldherr (Mitsubishi Evo III), die sich selber mit Top-ten-Platzierungen belohnten. Der 62-jährige Mayer war mit Co Bernhard Ettel angetreten und wurde letztendlich Fünfter, Fritz Waldherr, mit Klaus Ostermann unterwegs, scheint in der Endabrechnung als Siebenter auf.

Dazwischen lieferten sich die Piloten in der Klasse der zweiradgetriebenen Fahrzeuge ein erbittertes Duell. Die Aufmerksamkeit lenkten hier Hermann Neubauer und Hannes Danzinger auf sich. Immer auf Augenhöhe gelang Danzinger dann drei SP vor Schluss der entscheidende Angriff, und dass der Niederösterreicher am Ende als Dritter sogar auf dem Podest stand, war für ihn dann noch „das Tüpfelchen auf dem i“.

Erwähnenswert ist freilich auch Michael Böhm, der seinen kleinen Fiat Abarth (trotz Sturmwarnung!) auf den respektablen sechsten Platz pilotierte.

Entschieden ist die Diesel-Klasse. Durch den Ausfall von Christian Mrlik (Bruch der Servolenkung) ist VW-Pilot Michael Kogler Gewinner des OSK-Pokals 2011.

Damian Izdebski gewann die Division III und übernimmt damit die Führung vor Klemens Haingartner.

In der Historischen Staatsmeisterschaft hat Karl Wagner mit dem Porsche 911 gewonnen und ist auf dem besten Weg zum Titel. Der OSK-Pokal der Historischen wurde zur Beute von Kurt Göttlicher.

Endstand der Schneebergland Rallye 2011:
1. Manfred Stohl/Ilka Minor A/A Mitsubishi Evo IX 1:39,06,0 Std
2. Gerwald Grössing/Daniela Ertl*) A/A Mitsubishi Evo IX +4:13,2 Min
3. H. Danzinger/P.M. Schirnhofer**) A/A Ford Fiesta R2 +7:30,6 Min
4. Hermann Neubauer/A. Kachel A/D Suzuki Swift +7:54,0 Min
5. Walter Mayer/Bernhrd Ettel A/A Subaru Impreza +9:34,4 Min
6. Michael Böhm/M. Tomasini A/A Fiat Abarth +11:45,6 Min
7. Fritz Waldherr/Klaus Ostermann A/A Mitsubishi Evo III +11:50,8 Min
8. Erwin Reiterer/Daniel Foissner A/A Mitsubishi Evo III +12:19,1 Min
9. Willi Stengg/Jürgen Klinger A/A Subaru Impreza +12:50,6 Min
10. Eugen Friedl/Peter Treybal A/A Mitsubishi Evo VI +17:14,2 Min

Sonderprüfungsbestzeiten: Beppo Harrach (11/zwei Mal zeitgleich mit Stohl), Manfred Stohl (9/zwei Mal zeitgleich mit Harrach)

Die bekanntesten Ausfälle: Jörg Rigger (Getriebe/SP 7), Christian Mrlik (Servolenkung/ZK 10), Oskar Hebenstreit (Technischer Defekt/SP 12), Philipp Lietz (Technischer Defekt/ZK 16), Friedrich Poiss (Technischer Defekt/ZK 16), Beppo Harrach /Technischer Defekt/ZK 18)

> Mehr: Schneebergland Rallye 2011

Rückblick Schneebergland Rallye 2010:

Beppo Harrach holte bei der Premieren-Rallye in Rohr im Gebirge sieben Bestzeiten, aber eine Schlamperei kostete ihn den möglichen Sieg. Diesen verpasste Manfred Stohl um nur zwei Zehntelsekunden. Mrlik holt die Dieselwertung, Lietz die Gruppe H, Haingartner den Suzuki-Cup

Mittelpunkt dieser Veranstaltung, die auch zur österreichischen Rallyemeisterschaft zählte, war Rohr im Gebirge. Die Idee zu diesem Event hatte Gerwald Grössing, selbst aktiver Rallyepilot, der in seinem Beruf in dieser Gegend auch als Förster und Jäger tätig ist. Für die Durchführung sorgten der MSC Wolfsberg unter Gerhard Leeb und der Badener Rallyeclub mit Wolfgang „Asterix“ Viakowsky. Hilfreich war auch die OSK (Oberste Nationale Sportkommission) die der Schneebergland Rallye schon im ersten Jahr einen Meisterschaftsstatus aneignete. Dazu kam noch der Wunsch vieler Aktiver, wieder eine Schotterrallye im Kalender zu haben.

Nun, man kann diese Premiere unter dem Motto „klein aber fein“, durchaus als Erfolg bezeichnen. Dazu Wolfgang Viakowsky: „Was mich besonders freut, das Engagement und die Identifikation der lokalen Bevölkerung und der Region Schneebergland mit der Veranstaltung waren enorm. Auch vonseiten der Aktiven gab es viel Lob für diese in Österreich einmalige Schotterrallye, die unfallfrei über die Bühne ging. Das Interesse der Zuschauer war für das erste Jahr recht beachtlich. Was zukünftig noch zu verbessern sein wird, ist sicher die Infrastruktur und die wirtschaftliche Ausgangsposition. Ich hoffe, dass man mit Hilfe der Öffentlichkeit und weiterer Sponsoren dieser Veranstaltung einen fixen Platz im Kalender zubilligen kann. Ein großer Dank gilt dem Land Niederösterreich, den genehmigenden Behörden, den Gemeinden, dies trifft auch auf die Polizei, die Feuerwehr und die Rettung zu. Besonders bedanken möchte ich mich aber bei unserer eigenen Organisationsmannschaft, die mit viel Einsatz bei der Sache war.“

Zum Sportlichen: Viermal hat Raimund Baumschlager in den bisherigen vier Rallye-Staatsmeisterschaftsläufen gewonnen. Dass er nun auch den fünften, die neu gegründete Schneebergland-Rallye im niederösterreichischen Rohr im Gebirge, auf seine Siegerliste setzen konnte, kam für ihn aber wohl so überraschend wie die unglaubliche Siegesserie an sich. Mit dem Sieg am Wochenende ist der 50-jährige Raimund Baumschlager zum neunten Mal in seiner Karriere Rallye-Staatsmeister, zum achten Mal davon in Folge. Und dabei war die Taktik in Rohr gar nicht auf Sieg angelegt, fiel ihm der Triumph eher in den Schoß. Vordergründig nämlich sollte das Arbeitsgerät, der Skoda Fabia S2000, heil ins Ziel gebracht werden, weil dieses nächste Woche bei der WM in Finnland im Einsatz ist.

Baumschlager gab zu: „Wir hatten viel Glück, sind sehr defensiv gefahren, aber jetzt total happy. Der neunte Titel ist gewaltig.“

Die tragischen Figuren des Schneeberglandes waren in Baumschlagers Konkurrenten-Umfeld zu suchen. Zum einen Beppo Harrach, wenngleich auch aus eigenem Verschulden. Dass sieben von insgesamt 15 zu vergebenden Sonderprüfungsbestzeiten nicht zum Sieg reichten, verdankt der Brucker Mitsubishi-Pilot einer Schlamperei in den eigenen Reihen. Ein Fehler im Roadbook führte zu einem Radwechsel in einer nicht erlaubten Zone – und in weiterer Konsequenz zu einer Strafzeit von einer Minute. Die zweite sportliche Tragödie erlebte Manfred Stohl. Der OMV-Pilot beherrschte den Samstag mit sechs Bestzeiten eindrucksvoll, zeigte auf den schwierigen Schotterprüfungen seine wahre Stärke. Doch Motoraussetzer auf SP 10 warfen ihn hinter Baumschlager zurück. Und als dieser vermutlich schon an den Siegersekt dachte, schockte ihn Stohl auf der letzten Wertungsfahrt noch mit einer um 15 Sekunden besseren Zeit. Am Ende rettete der verdiente alte und neue Staatsmeister gerade einmal unglaubliche zwei Zehntelsekunden Vorsprung ins Ziel.

Während Harrach im Ziel tobte, weil sein Vergehen angeblich an die Rallyeleitung „verpfiffen“ wurde („ich habe nur nicht gewonnen, weil andere unsportlich waren“), nahm Stohl sein Pech gelassen: „Ich habe mein möglichstes getan. Es war ein wichtiger Erfolg für unser ganzes Erdgas-Projekt.“

Gerwald Grössing, der seine Privatgründe für die berüchtigte Schotterprüfung Haraseben zur Verfügung stellte, fuhr mit Platz vier das beste Ergebnis seiner Laufbahn ein und war dementsprechend zufrieden: „Es war einfach perfekt. Wir haben das Potenzial, auch unter die ersten drei zu fahren. Ich bin stolz auf meine Heimrallye.“

2WD-Wertung: In der 2WD-Wertung feierte Hannes Danzinger (Ford Fiesta) seinen ersten Sieg. „Das Auto hat perfekt gehalten“, freute er sich, „und wenn es diese Rallye aushält, dann mach' ich mir um den Rest der Saison keine Sorgen mehr.“ Danzinger gewann 1:50,2 Minuten vor Michael Kogler (VW Golf Kitcar) und dem Gesamtführenden Hermann Neubauer (Suzuki 1600), der aber mit Platz Drei einen großen Schritt in Richtung Titel machte. Die Junioren-Staatsmeisterschaft konnte sich der Salzburger damit bereits sichern.

Diesel-Wertung: Christian Mrlik holte den Sieg und fasste sein Glück in Worte: „Wir hatten einen tollen Speed. Der Technik des Subaru kam der Schotter sehr entgegen. Den Sieg widme ich dem Team und meiner Familie.“ Platz zwei ging an Scirocco-Pilot Daniel Wollinger.

Gruppe H: Philipp Lietz (Mitsubishi Evo III) konnte mit einem weiteren Erfolg seine Gesamtführung ausbauen und schwärmte. „Es war eine perfekte Rallye. Einfach ein Vergnügen, hier zu fahren.“ Fritz Waldherr und Eugen Friedl folgten auf den Plätzen.

Suzuki-Cup: Der Steirer Klemens Haingartner rettete den Sieg vor dem Gaststarter Damian Izdebski. Rene Rieder machte als Dritter das Podium komplett.

Endstand nach 15 Sonderprüfungen:
01. Raimund Baumschlager/Th. Zeltner Skoda Fabia S2000 1:25:23,4 Std.
02. Manfred Stohl/Ilka Minor CNG Mitsubishi Evo IX +0,2 Sek.
03. Beppo Harrach/A, Schindlbacher Mitsubishi Lancer Evo IX +49,4 Sek.
04. Gerwald Grössing/Barbara Watzl Mitsubishi Lancer Evo IX +1:33,5 Min.
05. Andreas Waldherr/Bernhard Ettl VW Polo S2000 +1:57,9 Min.
06. Mario Saibel/Ursula Mayrhofer Mitsubishi Lancer Evo X +4:14,5 Min.
07. Walter Kovar/Stephan Hofbauer Mitsubishi Lancer Evo IX +5:13,2 Min.
08. Philipp Lietz/Thomas Steinber Mitsubishi Evo III +5:58,5 Min.
09. Alexander Tazreiter/Elke Aigner Mitusbishi Evo IX +6:14,2 Min.
10. Hannes Danzinger/P:M. Schirnhofer Ford Fiesta +6:35,9 Min.

SP-Bestzeiten: Harrach 7, Stohl 6, Baumschlager 2
Die wichtigsten Ausfälle: Reinhard Pasteiner (SP 9 / Technischer Defekt), Ing. Michael Böhm (SP 2 / Technischer Defekt).

Von insgesamt 40 gestarteten Teams erreichten 29 Mannschaften das Ziel in Rohr im Gebirge

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